Berghaus

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Soziale Gruppenarbeit "Die Musketiere"

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Konzeptentwicklung

Diese Konzeptentwicklung ist speziell auf die Gruppe der Werkrealschüler ausgerichtet, die - in Abgrenzung zu Grundschülern – andere Bedürfnisse und Interessen haben und in ihrem Verhalten zeigen. Je nach Alter und individuellem Entwicklungsstand sind die Methoden zur Erreichung entsprechender Ziele an die Bedarfe der Werkrealschüler angepasst.
Die Herausforderung ist, mit dem pädagogischen Bedarf von Werkrealschülern, die sich vornehmlich in der Phase der Pubertät erleben, entsprechend umzugehen. Durch bisherige Erfahrungen an unterschiedlichen Grund- und Werkrealschulen ergeben sich für diese Heranwachsenden folgende Merkmale:

  • Maßnahmen benötigen einen hohen Motivationscharakter
  • sie brauchen das Gefühl, miteinbezogen und ein wichtiger Teil des Ganzen (z.B. eines geplantes Vorhabens) zu sein
  • Grenzerfahrungen sind sehr relevant
  • sie besitzen einen starken Drang, Risikobereitschaft und Abenteuerlust auszuleben
  • ihr Handeln und Tun soll ernst genommen werden
  • bei den Heranwachsenden ist ein hohes Aggressions- und Verweigerungspotential vorhanden
  • der Medienkonsum liefert künstliche Ersatzwelten, es wird kaum noch etwas aus „erster Hand" erlebt
  • sie leben in einer abhängig machenden Konsumorientierung
  • sie haben ein geringes Selbstwertgefühl, verbunden mit destruktiver Kompensation
  • das Aufrechterhalten von Gruppenzwang im Rahmen der peer-group
  • die Selbsteinschätzung und -wahrnehmung unterscheidet sich von der Fremdwahrnehmung
  • sie tun sich schwer damit, ihre eigentlichen Emotionen wahrzunehmen und zu zeigen
  • sie benötigen ein regelmäßiges und ehrliches Feed-back über ihr Verhalten
  • oft vermeiden sie körperliche Anstrengungen
  • in ihrem häuslichen Kontext erleben sie wenig Verlässlichkeit, Geborgenheit und Orientierung

 Ziele der Sozialen Gruppenarbeit:

  • Stärkung und Entwicklung der Persönlichkeit
  • Entdecken eigener Stärken und Fähigkeiten
  • Förderung der Eigenständigkeit, Kreativität und Flexibilität
  • Erfahren von Erfolgserlebnissen
  • Erleben von Grenzerfahrungen im körperlichen, kognitiven, sozialen und emotionalen Bereich
  • Erlernen von Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit
  • Kritik annehmen und äußern können
  • Förderung des sozialen Lernens
  • Verbesserung der Kommunikationsfähigkeit
  • Verantwortungsgefühl zeigen
  • Verbesserung des sozialen Handelns
  • Rücksichtnahme entwickeln
  • Förderung von Kooperationsbereitschaft und Teamfähigkeit
  • Lernen von Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit
  • Adäquater Umgang mit Grenzen/ Regeln/ Normen
  • Verbesserung der Konfliktbewältigung
  • Einüben alternativer Konfliktstrategien
  • Sinnvolle und adäquate Freizeitgestaltung
  • Entwicklung von verschiedenen Freizeitangeboten
  • Verbindlichkeit und Zuverlässigkeit in einer Freizeitgruppe erfahren
  • Kontinuität erleben
  • Eigene Stärken und Ressourcen entdecken und erweitern
  • Gemeinsame Regeln erarbeiten und einhalten

 

Zielgruppe

Folgende Gruppierungen werden durch die SGA mit erlebnispädagogischen Elementen und Projekten erreicht:

  • Kleingruppe (maximal. 5 Jugendliche), mit denen regelmäßig und kontinuierlich aufbauend gearbeitet wird, um so definierte Fortschritte zu erzielen, die einer längeren Entwicklungszeit bedürfen
  • Werkrealschülerschüler der Klassen 5 - 7, geschlechtsgemischt
  • Schüler der Lindenschule, da wir dort das gemeinsame Mittagessen einnehmen
  • Schülergruppen, bei denen eine zeitliche Betreuung von 2 Tagen in der Woche möglich ist
  • Einzelne Schüler, die einen individuellen, auch akuten pädagogischen Bedarf benötigen
  • Schülergruppierungen, die regelmäßig Verhaltensauffälligkeiten zeigen
  • Schüler, die Integrationsprobleme haben
  • Schüler, deren Eltern bei der Erziehung ihres Kindes Unterstützung suchen.
  • Schüler mit Migrationshintergrund

 

Erlebnispädagogik und Projektarbeit

In der SGA „Die Musketiere" steht die Erlebnispädagogik und die Projektarbeit im Mittelpunkt

Abenteuer- und erlebnispädagogische Methoden haben einen hohen Motivationscharakter. Sie dienen sehr gezielt dazu, wieder selbst zu erleben, zu entdecken, etwas dafür zu tun um an sein Ziel zu kommen.
Auch sehr gehemmte, sich verweigernde Jugendliche fühlen sich davon angesprochen.
Verbindet man diese Methoden nun mit der Form der Projektarbeit, können sich hier besondere Erfolgserlebnisse abzeichnen.
Die Jugendlichen brauchen zunächst eine gewisse Anlaufzeit, um sich auf neue ungewohnte, unbekannte und manchmal sogar bedrohliche Situationen einzulassen. Dies kann nur in Projektform gewährleistet werden. Dabei müssen sie den Gesamtprozess immer wieder mitgestalten dürfen und über einen längeren Zeitraum Verbindlichkeit und Verlässlichkeit erfahren. Dies ist vorwiegend durch eine Projektarbeit mit erlebnispädagogischen Inhalten und Methoden gegeben.

Erlebnispädagogik

„Erlebnispädagogik ist eine handlungsorientierte Methode und will durch exemplarische Lernprozesse, in denen junge Menschen vor physische, psychische und soziale Herausforderungen gestellt werden, diese in ihrer Pesönlichkeitsentwicklung fördern und sie dazu befähigen, ihre Lebenswelt verantwortlich zu gestalten."
( Heckmaier/ Michl, e&l)

  • Erlebnisorientierte Pädagogik soll kein „Aufspringen" auf einen modischen Trend sein.
  • Es findet ein ganzheitliches Lernen/ Erleben statt, mit „Hand, Herz und Verstand".
  • Erlebnispädagogik orientiert sich an elementaren Bedürfnissen der Jugendlichen nach Grenzerfahrung, Wagnis und Risiko und arrangiert Erfahrungsbereiche zur eigen-ständigen und verantwortlichen Selbsterprobung.
  • Erlebnispädagogik mit Jugendlichen lebt nicht von spektakulären Einzelaktionen, sondern ist eine zusätzliche pädagogische Säule innerhalb eines konzeptionellen Gesamtrahmens.
  • Unter Einbezug natursportlicher, erlebnisintensiver und an den Stärken der Schüler orientierten Handlungsabläufen werden Lernfelder eingerichtet, die in schulische Alltagsabläufe leicht integrierbar sind.

Projektarbeit

Eine Projektarbeit zeichnet sich primär dadurch aus, dass über einen definierten Zeitraum an einer konkreten Aufgabe, dem sog. Projekt kontinuierlich gearbeitet wird. Dahinter stehen verschiedene Arbeitsweisen und Methoden.

  • Es ist immer ein komplexes Vorhaben
  • Ein Projekt kann ein eindeutiges Ziel haben
  • Der Projektverlauf ist nicht bereits im Voraus klar definiert, sondern die Gruppe gestalten diesen aktiv mit
  • Die Projektarbeit ist zeitlich begrenzt, es gibt einen Anfangs- und einen Endzeitpunkt
  • Die Projektarbeit fördert besonders Verantwortungsbewusstsein sowie Kommunikationsfähigkeit und die Partizipation
  • Das Erlebnis, durch Projekte gemeinschaftlich etwas bewirken zu können, fördert die Bereitschaft zum sozialen Engagemen

 

 

Anschrift:
Kinder-und Jugendhilfen Berghaus St. Michael
Soziale Gruppenarbeit „Die Musketiere“

Staubstraße 52
73312 Geislingen/SteigeTelefon  07331  986 7544

Telefax  07331  307 4407